• Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.
    Jesaja 66,13 - Jahreslosung 2016

 

Am Palmsonntag, kurz nach Jesu Einzug in Jerusalem, passierte folgendes:

Und Jesus ging in den Tempel Gottes hinein und trieb alle hinaus, die im Tempel verkauften und kauften, und stieß die Tische der Wechsler um und die Stühle derer, welche Tauben verkauften.

Und er sprach zu ihnen: Es steht geschrieben: «Mein Haus soll ein Bethaus heißen!» Ihr aber macht es zu einer Räuberhöhle. (Matth. 21:12-13):

 

Als Kind hab ich Jesus nicht verstanden.  Im Kindergottesdienst hab ich nie richtig kapiert, warum dieser friedliche, barmherzige Jesus gewalttätig geworden ist.

Sogar im gleichen Kapitel, im Vers 5 steht: «Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir, sanftmütig und reitend auf einer Eselin und auf einem Füllen, dem Jungen des Lasttiers.»

 

Warum wendet der sanftmütige Jesus dann im Tempel Gewalt an?

Hat denn Gott nicht selber diese Opfer im Tempel gewollt? Die Opfertiere und der Service der Händler und Geldwechsler war doch nötig für den Tempeldienst und dieTempelopfer!?

Zur Erinnerung: Der Tempel als Haus Gottes sollte ein Haus der offenen Tür sein, eine Anlage

• für die jüdischen Männer und männlichen Jugendlichen ab 13 – der „Vorhof der Männer“

• für die jüdischen Frauen und Mädchen und die Jungen unter 13 – der „Vorhof der Frauen“

und (!)

• für nichtjüdische Gottesfürchtige aus allen Nationen – der „Vorhof des Tempels“.

 

Gott ist nicht nur der Gott der Juden, sondern auch der anderen Nationen. Das zeigt sich schon in der Tempelaufteilung. Das Problem war, dass die Verantwortlichen die Heiden vergessen hatten. Die Sicht für die Nationen war verloren gegangen. Der Vorhof des Tempels, der als Gebetsstätte für die Nationen vorgesehen war, war von den Händlern und Geldwechslern okkupiert worden. Sicher, sie boten da den Juden einen sinnvollen Service an. Im Vorhof konnten sie kundenfreundlich agieren. Nur hatten sie keine Platzanweisung für diesen Platz – denn diesen Platz im Vorhof des Tempels hatte Gott für die Gläubigen aus den Nationen gedacht und reserviert.

Tempel 

In Jesaja 56:6-8 steht:

Und die Fremdlinge, die sich dem HERRN anschließen, um ihm zu dienen und des HERRN Namen zu lieben… die will ich zu meinem heiligen Berge führen und sie in meinem Bethaus erfreuen;… denn mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker. So spricht Gott, der HERR, der die Verstoßenen Israels sammelt: Ich will noch mehr zu ihm sammeln, zu seinen Gesammelten!

Mit diesem Prophetenwort begründet Jesus bei der Tempelreinigung sein radikales Handeln.

Mit anderen Worten: Jesus war dieser Raum bei Gott für alle Nationen so wichtig, dass er sogar Gewalt anwandte, um den Nationen den für sie reservierten Platz im Tempel zurückzugeben.

Der sanftmütige Jesus liebt uns, die „Fremdlinge aus den Nationen“ so sehr, dass er dieses Zeichen setzte! Für mich und für Dich!

R. Schönfeld

 

EFG Laubach

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